TAUCHPARADIES KROATIEN
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am Schlachtschiff SMS Szent Istvan

Aufräumen kann ich mit dem Mythos SMS Szent Istvan.

Bei mir sind da leider dauernd die Schleppnetzfischer durchgezogen, sodass die Sicht auf ein paar Meter beschränkt war. Dann ist vom Ministerium ein Beamter am Schiff der dir sagt "ja nix angreifen, ja nix mitnehmen, ja nicht hineintauchen". Und dann kommst runter bei schlechter Sicht und hast ein Wrack, das auf 60m Tiefe kieloben liegt und du kannst dir die Bordwände anschauen.

Bericht: Jürgen Harrer

Juni 1918: Der Stolz der k.u.k Kriegsmarine, die SMS Szent Istvan, wird beim Versuch, die Seesperre von Otranto zu durchbrechen von den Italienern versenkt. Ein Schock, von dem sich die Monarchie nicht mehr erholen soll.

Juni 2013: 95 Jahre nach deren Versenkung herrscht am Wrack der SMS Szent Istvan striktes Tauchverbot. Doch heuer hat es mit der Ausnahmegenehmigung endlich geklappt. Wir sind eine Gruppe von 9 Tauchern, mit an Bord ist eine Aufsichtsperson der kroatischen Regierung, die unseren Tauchgang überwachen wird.

Nach langer Anfahrt mit dem Boot kommen wir endlich auf der Insel Bremuda an. Hier beziehen wir unser Quartier und bereits zeitig am nächsten Morgen geht es los zum Wrack. Unser Kapitän findet per GPS die Untergangsstelle und es gelingt uns, an einer der beiden Schiffsschrauben der SMS Szent Istvan eine Leine zu befestigen. Ich tauche mit meinem JJ-CCR und habe auch den Scooter dabei.

Das Wrack dieses über 150 m langen Giganten der Tegetthoff-Klasse liegt kieloben auf 65 m Tiefe. Nach dem Abstieg kommen wir zu den gewaltigen Schiffsschrauben der Istvan. Da wir die Scooter dabei haben, können wir das gesamte Wrack abtauchen. Wir fahren vom Heck des Schiffes bis zum Bug. Ca. 20 m hinter dem Bug ist das Schiff gebrochen. Hier ist eine Penetration möglich. Wir fahren wieder entlang des mächtigen Schlingerkiels zum Heck des Schiffes um dort die Kapitänsveranda mit den 5 prägnanten Fenstern zu bestaunen. Dann scootern wir weiter zu den nach backbord gedrehten schweren 30 cm Skoda-Geschützen, die unheimlich aus dem Schiff ragen. Danach mahnt uns die abgelaufene Grundzeit zum Aufstieg. Nachdem wir unsere Stops absolviert haben, kehren wir an Bord zurück mit der Gewissheit, einen nicht ganz alltäglichen Tauchgang absolviert zu haben.