TAUCHPARADIES KROATIEN
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© by Markus Schmidt

LINA

Position: 45°06.162`N - 14°16.711`E

Die LINA, ein italienisches Dampfschiff aus Stahl, hatte Kohle als Fracht gebunkert, als es im Winter 1914 bei starken Nebel kurz vor Erreichen des Zielhafens vom Kurs abkam und nur wenige Meter vor dem Kap Pecen/Insel CRES auf Grund lief. 

Das Wrack liegt aufrecht, am schräg abfallenden Meeresboden, in einer Tiefe zwischen 26 und 52 Meter.

Das Abtauchen erfolgt vom Tauchboot ausgehend, entlang einer am Wrack angebrachten Bojenleine. Der WOW-Effekt beim ersten "Lina"-Kontakt ist atemberaubend.

Das Wrack baut sich plötzlich wie eine Wand aus Stahl vor einem auf. Im ersten Moment musste ich unmittelbar an die Titanic denken. So oder so ähnlich muss es Robert Ballard, Entdecker der Titanic ergangen sein, als er den riesigen Stahlrumpf erstmals - im Schein der Scheinwerfer seines U-Bootes – erblickte.  

Wer Tauchlampen mit hat, eigentlich ein MUSS beim Wracktauchen, sollte in beide Ankerklüsen leuchten da ist meist ein kapitaler Conger-Aal drin. Bei uns jeden Falls.

Zwei, nach 100 Jahren wunderschön mit Schwämmen bewachsenen Stockanker liegen oberhalb des Buges am Stahlgerippe des Decks. Alle Holzbeplankungen sind verrottet und haben sich im Laufe der Zeit aufgelöst. So ist jetzt zumindest die freie Sicht in die Innen- und Lagerräume mit seinen Verstrebungen und Querbalken gegeben. Das Eindringen in das Wrack bis zum Kiel ist für erfahrene Taucher problemlos möglich.

Langsam und vorsichtig, nur kein Sediment aufwirbeln, schweben wir in Richtung zum ersten Deck. Das nach oben offenem Oberdeck wird nur mehr durch Steher und Querbalken gestützt. Der stabil aufragende und von Fischschwärmen belagerte Mast ist von hängengebliebenen Fischernetzen dicht umgeben.  

Das Eindringen in den Schiffsrumpf ist aufgrund des verrotteten Holzdecks mühelos möglich. Die fehlenden Holzplanken lassen das einfallende Sonnenlicht mystisch in den Innenraum einfallen. 

Unser Tiefenlimit haben wir bei dem an Deck liegenden Schornstein in 40 Meter Tiefe erreicht. 

Zur Schiffsschraube und zum Ruder, beides im Meeresgrund eingegraben, ginge es noch 15 Meter tiefer.

Daten zum Schiff:

  • Länge: 80m
  • Schwierigkeitsgrad: geübte Taucher mit Wrackerfahrung - ab 40m TEC

Textinspiration durch Markus Schmidt

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