TAUCHPARADIES KROATIEN
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Ein Tauchgang an der "Francesca Da Rimini"

Einem der schönsten Wracks in der Adria!

Unser Schiff liegt vor der Insel Kaprije vor Anker. Unweit des Ankerplatzes liegt das Wrack eines Schiffes, das ich nun schon seit einigen Jahren unbedingt betauchen möchte: die Francesca Da Rimini. Das Schiff wurde von der deutschen Kriegsmarine requiriert und wurde am 2. Februar 1944 vor der Insel Kaprije von Kanonen- und Torpedobooten versenkt. Das Wrack ist ungefähr 40 m lang und 8 m breit. Es liegt in einer Tiefe von 38 m bis 52 m. Die Fracht bestand aus Militärausrüstung, der Hauptanteil davon aus Munition.

Es ist heute nicht möglich mit dem Schiff am Wrack zu ankern. Deshalb beschließe ich, von unserem Ankerplatz aus mit dem Scooter zum Wrack zu fahren. Ich bekomme vom Kapitän unseres Schiffes die ungefähre Richtung zum Wrack. Ich tauche mit meinem JJ und fahre mit meinem Scooter in 45 m Tiefe am Grund entlang und nach ca. 8 min Fahrt tauchen vor mir schemenhaft die Umrisse eines Wracks auf. Es steht aufrecht auf Grund. Ich fahre zum Bug des Schiffes. Er ist mit 52 m der tiefste Punkt des Wracks. Auf der Backbordseite neben dem Bug liegt ein Flakgeschütz auf Grund, welches wohl während des Unterganges vom Bug geschleudert wurde. Ich tauche am Bug nach oben auf das Deck und sehe einen Masten aufrecht nach oben ragen. Die Sicht ist fantastisch und das Wrack ist wunderschön bewachsen. Die Luken zu den Frachträumen sind offen. Ich tauche hinunter und befinde mich inmitten eines Munitionsdepots. Nicht umsonst wird die Francesca Da Rimini auch die Thistlegorm der Adria genannt. Wohin ich auch schaue sehe ich Munition und Granaten. Hier werde ich Zeuge eines komplett unsinnigen Projektes. Es wurde versucht, die Munition primitiv mit Baustahlgitter zu bedecken um zu verhindern, dass die Munition angefasst bzw. geborgen werden kann. Diese Gitter wurden mit Sandsäcken beschwert. Ein komplett fehlgeschlagenes Unterfangen, denn man kann trotzdem problemlos zu den Granaten gelangen. Ich tauche wieder auf das Deck und fahre Richtung Heck. Ich sehe die Öffnungen die in den Maschinenraum führen. Dahinter erkenne ich die Umrisse des Heckgeschützes, eines 2cm Vierlings-Flakgeschützes. Ich umrunde das Heck und kann aufgrund der tollen Sicht fast das komplette Wrack überschauen. Ich betauche noch einige Zeit das Oberdeck des Wracks und mache mich dann auf zu unserem Ankerplatz. Auf dem Weg dorthin kann ich die aufgrund der langen Grundzeit sehr heftigen Dekostops bequem absitzen.

Fazit: Die Francesca Da Rimini gehört wohl mit zu den schönsten Wracks der Adria. Ich bin mittlerweile nun schon mehrmals an dem Wrack getaucht und hatte eigentlich immer eine tolle Sicht. Der Bewuchs des Wrack ist sehr schön. Durch die geringe Tiefe kann man als Tec-Taucher das Wrack wirklich ausgiebig erkunden. Schade finde ich, dass die Frachträume durch diese Baustahlgitter verunstaltet werden.

 Bericht: Jürgen Harrer


FACTS vor Ort:

Bildergallerie
VIDEO zum Tauchgang