TAUCHPARADIES KROATIEN
102/114

zum Wrack der Kaiser Franz Josef

Das Wrack am 17.10.2019

Da das Wrack im Grenzbereich von Montenegro und Kroatien (noch in kroatischen Hoheitsgewässern) liegt, die im Jugoslawienkrieg verfeindet waren, ist es erst seit etwa 2006 möglich am Wrack zu tauchen.

Der Kreuzer liegt auf der Backbordseite. Beim Bug erkennt man die einst unter der Wasserlinie gelegene Ausformung des Rammspornes und die Öffnung des Bugtorpedorohres. Es fällt das Fehlen der Bewaffnung auf. Das Schwalbennest in der Mitte der Backbordseite sowie die Plattformen der nach dem Umbau von 1905 ans Oberdeck verlegten 15 cm Batteriegeschütze sind leer und wirken kahl. Dunkel und eigentümlich erscheinen die beiden Öffnungen der Hauptartillerieturmschächte.

Der vordere Mast ragt weit ins Wasser hinaus. Auf der Bordwand liegen noch unzählige Treibladungsstäbe von Granaten. Sie stammen offensichtlich von jener Munition, mit der das Schiff nach Kriegsende beladen worden ist. Es sieht aus als ob Schilfrohre herumliegen würden. In der gepanzerten Brücke befindet sich noch die massive Säule des Steuerrades. Von den Resten der Aufbauten hängen viele Leinen und Netze herab. Die am Heck angebracht gewesenen Messingbuchstaben des Schiffsnamen wurden bereits leider entfernt, Die Öffnung des Hecktorpedorohres ist noch gut zu erkennen. Die Schiffsschrauben fehlen. Man sieht nur mehr die leeren Wellen. Hier dürfte sich die Bergungsfirma Brodaspas 1967 bedient haben. Viele in den Rumpf geschnittene, meist rechteckige Löcher sind Zeugen der vergeblichen Bergungsversuche.  

Am 17.10.2019 wurde zum 100 Jahrestag des Unterganges ein Gedenktauchgang, organisiert vom Diving Center Sea Star in Molunat, organisiert an dem 10 Taucher aus 4 verschiedenen Nationen teilnahmen

© Bildmaterial u. Text by Franz Mittermayer

Historische Daten